Geld – regional und global, von oben und von unten
23.04.10 16:00 ()
Der Beitrag der Komplementärwährungen
zu einer neuen Geldordnung
Treffpunkt für Engagierte und Interessierte
Klärung aktueller Fragen aus der Praxis
23. bis 24. April 2010
Bürgergeld bewusst gestalten
Heute ist Geld ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens – überall. Das Bewusstsein dafür, was Geld eigentlich ist und wie es wirkt, ist jedoch erschreckend unterentwickelt. Erschreckend deswegen, weil Geld unser Leben von Grund auf bestimmt und der Mangel an Bewusstsein dazu führt, dass die Fähigkeit, Geldordnungen lebensgerecht – umweltfreundlich und menschenfördernd – zu gestalten ernstlich behindert ist. Die Folgen erleben wir auch in der gegenwärtigen Krise des Finanzsystems mit ihren Auswirkungen auf unser Zusammenleben. Zur gleichen Zeit erleben wir aber auch die Entfaltung von Komplementärwährungen. Sie schaffen mit ihrem kritischen Blick auf die bisherige Geldordnung zunehmend notwendiges Bewusstsein und verleihen Bürgern mehr und mehr die Möglichkeit, im multilateralen Tausch gezielt mitzugestalten. Der Bürger ist immer weniger hilflos dem Geschehen ausgeliefert. Neben dem Geld „von oben“, wie es heute durch Finanzexperten gelenkt wird, gibt es ein Geld „von unten“, von dem und für den bewusster lebenden Bürger, der seine Verantwortung für den Gang der Dinge ergreift. Neben dem Geldsystem, was die globalen Verknüpfungen fördert gibt es inzwischen weltweit Tausende von regionalen und lokalen Geldsystemen, die der Lebenserhaltung und der Aktivierung sozialer Beziehungen dienen. Ihre weitere Entfaltung kann dazu beitragen, dass Geldordnungen größere Stabilität zu bieten haben. Die Bewegung der Komplementärwährungen wird aus einer Vielfalt von geistigen Quellen inspiriert, die oft jenseits der etablierten akademischen Denkgewohnheiten
liegen. Diese Vielfalt ist eine der stabilitätsfördernden Faktoren. So will diese Tagung dazu beitragen, Quellen zu erschließen, die helfen, bestehende Geldverhältnisse kritisch zu sehen und andere Wege zu beschreiten. Beim Versuch, Probleme der Geldordnung zu lösen, ersparen sie uns solche Geschehnisse, welche die Probleme vertiefen statt sie zu überwinden. Die Tagung beginnt mit Darstellungen von Komplementärwährungen, um die
Lebendigkeit der Szene vor Augen zu führen. Das Herausschälen von dringlichen und wesentlichen Fragen aus der aktuellen Praxis von Regionalwährungen dient zur Vorbereitung von Fragen an ein Podium mit Vertretern der Regiogeldbewegung. Das letzte Drittel der Tagung soll dem Dialog zwischen den Teilnehmern und den Experten dienen.
Eine Folgetagung zum Thema „Geld anders denken“ vom 18. – 19. Juni 2010 greift die bekannte Aussage von Einstein auf „Probleme kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“ und liefert Hinweise, wie anderes Denken – über Geld und Gesellschaft – aussehen könnte und geübt werden kann.
Otmar Donnenberg
Ulrich Rösch
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