Der Chiemgauer - ein eurogedeckter Regio

Ein Regio

Der Chiemgauer ist das erste Regiogeld, das in Deutschland große Bekanntheit erreicht hat. Gestartet ist der Chiemgauer im Januar 2003 als SchülerInnen-Unternehmen der Waldorfschule Prien am Chiemsee, angeleitet durch Wirtschaftslehrer Christian Gelleri. Die ersten Nutzer des Systems kamen aus dem Umfeld der Schule. Heute findet der Gutschein in über 550 Unternehmen des Chiemgau Akzeptanz. Auch die Struktur, zwar immer noch getragen von ehrenamtlichem Engagement, hat sich professionalisiert.

 

 

So funktioniert's

 

Jedes Mitglied des Vereins kann Chiemgauer gegen Euro erwerben. Anfangs existierte die Möglichkeit eines monatlichen Abos, heute bekommt man seine Chiemgauer an den zahlreichen Ausgabestellen (einzelne Geschäfte und Banken in der Region).

 

Für 100 Euro bekommt man 100 Chiemgauer. Mit ihnen kann das Mitglied in den beteiligten Geschäften einkaufen. Die Unternehmer können die Chiemgauer ihrerseits regional weiter verwenden oder zurück tauschen.

 

Der Chiemgauer ist mit einem Umlauf-Impuls (auch Liquiditätsgebühr genannt) versehen, d.h., er verliert alle drei Monate 2 % seines Wertes. Das bewirkt, dass alle Beteiligten versuchen, ihre Chiemgauer so schnell wie möglich weiterzugeben – oder ihn vor Ablauf der Frist zurückzutauschen.

 

Verstreicht die Frist, so muss der Wertverlust mit dem Erwerb und Aufkleben einer Wertmarke ausgeglichen werden. Nach 12 Monaten wird der Gutschein ungültig und kann nur noch zurück getauscht werden.

 

Beim Rücktausch wird eine Gebühr von 5 % berechnet, d.h. für 100 Chiemgauer bekommt der Unternehmer 95 Euro. Zwei Euro kommen dem Chiemgauer-Service, sprich dem Trägerverein zu Gute, der damit die Ausgaben für den Druck der Chiemgauer u.ä. finanziert. Drei Euro gehen an einen gemeinnützigen Verein der Region. Die Entscheidung, welcher Verein das Geld erhält, trifft der Kunde, der seine Euros in Chiemgauer umtauscht.

 

Das System bietet damit für alle Teilnehmer einen Vorteil. Die

Kunden spenden mittels Chiemgauer indirekt einem Verein ihrer Wahl ohne eigenen Kaufkraftverlust, die Vereine erhalten zusätzliche Finanzmittel und die Unternehmen gewinnen leichter Neukunden und erhalten ein relativ kostengünstiges Instrument zur Kundenbindung. Außerdem steigt, wenn sie ihr Geld regional ausgeben, die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder zu ihnen zurück fließt. Durch den beschleunigten Geldumlauf werden brachliegende Fähigkeiten optimal genutzt.

 

Zur Seite der Initiative: www.chiemgauer.info

 

 


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